Autor: pd1160

  • Gedanken zum Thema Kulturarbeit/Veranstalten in der freien Szene

    Meine ehemalige Kommilitonin Sarah Jahn hat mir für eine Lehrveranstaltung ein paar Fragen zum Thema Kulturarbeit und Veranstalten gestellt. Da ich mir recht lange Gedanken über diese Fragen gemacht habe und nicht so gerne für die Einweg-Schublade schreibe, gibts die Antworten dazu auch hier nachzulesen.

    Du bist Kulturveranstalter. Was fasziniert Dich an Diesem Beruf?

    Man lernt wahnsinnig viele interessante und vielseitige Menschen kennen, die einem immer wieder neue Positionen vor Augen bringen, an die man vorher selbst noch nicht gedacht hat. Ich sehe meine Arbeit als Kulturveranstalter allerdings auch besonders als politische Verantwortung. Sprich, ich möchte nicht nur veranstalten was “gefällt” oder “unterhält”, sondern durchaus auch kritischen Sichtweisen und marginalisierten Gruppen eine Plattform bieten.

    Wo liegt das Potenzial bei der Veranstaltungsorganisation im Kulturbetrieb? Welche Möglichkeiten nützt Du aus?

    Veranstalten und Kulturarbeit bestehen für mich, wie gesagt, nicht “nur” aus Publikumsbespaßung sondern sollte irgendwo auch einen Bildungsauftrag verfolgen. Natürlich lässt sich darüber streiten, wie dieser auszusehen hat und irgendwo hat ja jeder Mensch seine Lieblingsprobleme oder “Lieblingsminderheit”, wie es Kippenberger mal recht gut gesagt hat. Und klar soll es auch Veranstaltungen geben, auf denen man einfach toll unterhalten und im Idealfall emotional mit hineingezogen wird. Trotzdem gibt es auf der Welt einfach zu viele Themen und Missstände die man ansprechen muss, deshalb sollte man auch die Möglichkeit nutzen dies zu tun.

    Da ich privat auch in verschiedenen Bereichen künstlerisch und kulturpolitisch tätig bin, ergänzen sich meine Arbeit und mein Freizeitleben äußerst gut. Außerdem habe ich recht gute Kontakte zu einigen Menschen in den etablierten “großen Tankern” und gleichzeitig auch in den kleineren freien Initiativen. Ich versuche immer wieder Überschneidungen zu ermöglichen, da ich der Meinung bin, dass man im Idealfall versuchen sollte, möglichst viele unterschiedliche Menschen zu erreichen.

    Worauf legt Du beim Veranstalten besonders Wert?

    Ich könnte mir nicht vorstellen ausschließlich in einer Sparte zu veranstalten (z.B. nur Konzerte oder nur Diskussionen). Für mich macht besonders die Abwechslung den Reiz aus. Auch möchte ich, dass der Pool  an präsentierten Künstler*innen und Mitwirkenden möglichst divers bleibt. Wenn junge weiße Typen ausschließlich junge weiße Typen buchen, finde ich das langweilig und überholt.

    Gibt es in der „Off-Szene“ Möglichkeiten, die die „herkömmliche“ Szene nicht bietet? Welche?

    Große Institutionen müssen sich oft Zwangsprostituieren oder mit aller Gewalt die Befindlichkeiten ihres Abo-Publikums befriedigen. Vieler solcher Tanker möchten/sollen/dürfen nicht anecken, weil es ansonsten zum Eklat und zur Kürzung von Fördergeldern kommen könnte. Außerdem ist oft alles wahnsinnig kompliziert, für jeden einzelnen Tisch den man verrücken möchte, muss man ein eigenes Formular ausfüllen. Sowas finde ich lächerlich, lästig und hat mit meinem Verständnis von Kulturarbeit nicht mehr allzu viel zu tun. Exzessives Sesselfurzen töten den freien Geist.

    Oft werden gesellschaftskritische Themen eher in der „Off-Szene“ aufgegriffen als im „Mainstream“. Woran liegt das?

    Da gibt es unterschiedliche Aspekte und man müsste zuerst mal klären was Mainstream und was Off eigentlich heißen soll. Ist ein staatliches Museum wie das Kunsthistorische Museum Mainstream? Oder sind diese aktuellen Selfie-Instagram-optimierten und hippen Galerien Mainstream? Ist eine im Landestheater aufgeführte Zwölftonkomposition Mainstream? Ich finde die Begrifflichkeiten oft schwierig, da ich selbst an fast allen Orten etwas finde, dem ich etwas abgewinnen kann. Manchmal muss man es mir davor einfach etwas erklären, weil ich es sonst nicht verstehe. Deshalb habe ich auch vom Bildungsauftrag der Kulturarbeit gesprochen.

    Große Institutionen sollen bzw. möchten meist viele Menschen gleichermaßen unterhalten oder zumindest ansprechen. Wenn man sich da zu weit aus dem Fenster lehnt, läuft man schnell Gefahr, dass es zu einem großen Skandal kommt. Das sieht man momentan recht einfach, wenn sich unbequeme Menschen in einer breiten Öffentlichkeit äußern (z.B. in den sozialen Medien). Da ist man dann schnell der Nestbeschmutzer oder bekommt die klassischen Mord- und/oder Vergewaltigungswünsche. Wenn man sowas dann in einem riesigen, mit Millionen subventionierten Betrieb macht, wird es schnell eng. Aber natürlich ist es stets zu begrüßen, wenn gerade diese großen Betriebe ihre Haltung klar zeigen und sich positionieren oder den Mut haben, unangenehme Themen anzusprechen. Manches ist dann ohnehin bald Legende und Kult, siehe Thomas Bernhard.

    Selbstverständlich ist aber auch einfach nicht alles schlecht und es gibt nicht nur Schlechtes auf der Welt. Ich finde es deshalb durchaus legitim, dass man auch mal die versöhnlicheren und schöneren Bereiche des Lebens thematisiert.

    Gibt es auch Beschränkungen und/oder Nachteile im nicht etablierten Kulturbetrieb?

    Meistens sind die Einschränkungen fehlende/kleinere Infrastrukturen und ein limitierteres Budget. Ein kleines Off-Theater hat natürlich nicht die technischen Standards, die z.B. ein Kammerspiele-Saal im Haus der Musik hat. Und natürlich ist die Zahl des Personals nicht vergleichbar. Ein “dafür bin ich nicht zuständig” gibt es im freien Kulturbetrieb auch nur selten zu hören, weil der Personalstab einfach zu gering ist. In größeren Betrieben haben Menschen meistens ihre klar zugewiesene Rolle und ihre jeweiligen Aufgaben. Es gibt klare Abgrenzungen welche Abteilung wofür zuständig ist. In der freien Kulturarbeit ist prinzipiell jeder für fast alles zuständig oder übernimmt Aufgaben, die einfach dringend zu erledigen sind (zumindest in den Betrieben, mit denen ich meistens in Kontakt stehe). Die Bezahlung ist im freien Kulturbetrieb meistens auch geringer, als im sogenannten “etablierten” Kulturbetrieb.

    Wo liegen die Unterschiede in der Finanzierung vom etablierten Kulturbetrieb und der alternativen Kulturszene?

    Dazu kann man sich z.B. online die Kulturförderungen der letzten Jahre ansehen (Stadt / Land / Bund). Mit der Kampagne “#kulturkann” wollte die Battlegroup for Art (Interessensvertretung der freien Kulturszene in Innsbruck) auf verschiedene Problempunkte in der Förderpolitik aufmerksam machen, z.B. eine fehlende Indexanpassung des Kulturbudgets. Die meisten freien Kulturzentren in Innsbruck werden über die Ermessensausgaben finanziert, die natürlich um einiges geringer ausfallen als die Förderung der Großprojekte.

    Konkurrieren die beiden Szenen in deinen Augen miteinander oder ziehen sie ein völlig unterschiedliches Publikum an?

    Ich bin ab und an zu an Diskussionen beteiligt, wo dann auch diese Frage diskutiert wird. Dabei kommt es immer wieder zu Szenen, in denen die eine der anderen Seite erklären möchte, warum sie jetzt gerade wichtiger ist oder weshalb sie mehr Geld bekommen sollte. Die einen Argumentieren dann manchmal mit Innovationen, Visionen und dem neuen heißen Scheiss; die anderen mit ihren gesellschaftspolitischen Auftrag und überhaupt ihrem zu geringgeschätzten Status in der Gesellschaft. Abseits dieser Treffen erlebe ich allerdings recht selten solche Auseinandersetzungen. Allerdings muss ich zugeben, dass auch ich auf Veranstaltungen nur recht selten leitende Personen von größeren Kulturbetrieben in Innsbruck treffe. Das Publikum hat sicher Schnittpunkte, aber zu einem großen Teil sind es auch irgendwo komplett unterschiedliche Welten. Beispielsweise habe ich letztes Jahr eine sehr talentierte, junge Opernsängerin kennengelernt, die z.B. noch nie in ihrem Leben Queen oder ein Lied von Pink Floyd gehört hat. Ich dachte, dass das eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit ist, weil das “eh jeder” kennt, sogar die Elterngeneration. Allerdings kenne ich umgekehrt die Dinge nicht, die sie kennt. So lebt man dann gemeinsam für die Musik und doch irgendwo aneinander vorbei.

    Was wünschst Du Dir für die Szene? Was vermisst Du?

    Obwohl viele Institutionen recht gut vernetzt sind, vermisse ich teilweise doch das gemeinsame Ziehen an einem Strang. Hier sind oft die Länderplattformen (wie z.B. die TKI oder die KUPF) sehr wichtig, da sie hier viel Vernetzungsarbeit machen.

    Auf jeden Fall wünsche ich mir, dass die freie Szene auch weiterhin und dauerhaft vernünftig arbeiten kann. Das bedeutet nicht nur das sicherstellen von finanziellen Mitteln, sondern auch von Raum und Respekt vor der Arbeit an sich.

  • Fotos: Ohne Theorie keine Revolution HipHop 25.01.19

    OHNE THEORIE KEINE REVOLUTION ist Geschichte. Nein natürlich ist dieses Thema noch lange nicht gegessen und wird auch weiterhin das Motto der p.m.k bleiben; aber mit der vierten Einheit (vergangenen Freitag) ist die erste Saison unserer Diskussionsreihe würdig und feierlich zu Ende gegangen.

    Es war schön zu sehen, dass dieses Format (Diskussion + Konzert + Party) inzwischen auf rege Resonanz stößt, ein Stammpublikum etablieren konnte und der Laden diesmal brechend voll war. Einerseits zu erwarten, da es sich bei HipHop nun einmal um die momentan relevanteste Jugend(sub)kultur in unseren Breiten handelt, andererseits war es schön zu sehen, dass das nicht nur des Hedonismus wegen so ist, sondern weil Menschen sich auch tatsächlich darüber austauschen möchten.

    Langer Rede kurzer Sinn: Wir werden weitermachen, irgendwie irgendwo irgendwann.
    Vielen Dank an meine Mitorganisatoren Maurice Kumar, Rene Nuderscher und Maximilian Thoman. Danke auch an meine Freundin Natália Zajačiková für die tolle Foto-Dokumentation der Reihe und natürlich an unsere Gäste und Teilnehmer*innen.

    Ohne Theorie keine Revolution 4: HipHop
    Datum & Ort: 25.01.2019 / p.m.k
    Moderation: Anna Schauberger
    Podium: Marcus Staiger, Marc Dietrich, Natalie Nagl, Antifuchs (Mia Fox), Danny Bokelmann (D-Bo)
    Fotos: Natália Zajačiková
    Organisation: David Prieth, Rene Nuderscher, Maurice Kumar, Maximilian Thoman

    Diese Reihe wurde unterstützt durch stadt_potenziale 17 und TKI open 17_genug

  • OHNE THEORIE KEINE REVOLUTION: HIPHOP (25.01.19)

    mit ANTIFUCHS | MARCUS STAIGER | MARC DIETRICH | DJ STICKLE | D.E.Y.
    Moderation: ANNA SCHAUBERGER/THE UNUSED WORD/YOLO FERRARI

    DISKUSSION & LIVE KONZERT & DJ SETS

    Bei der vierten Panel-Diskussion im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Ohne Theorie keine Revolution“ wird versucht das Themenfeld Hip-Hop diskursiv abzustecken. Zu den illustren Gästen an diesem Abend zählen Marcus Staiger – der jedem, der sich mit deutschsprachigem Sprechgesang beschäftigt, ein Begriff ist -, der Soziologe Marc Dietrich – Spezialist auf dem Gebiet Gangsta-Rap, Antifuchs, ihres Zeichens Rapperin, – sie wird nach der Diskussion auch ein Konzert geben, Dj – Stickle, der unter anderem auch Tracks von Yung Hurn produzierte und Dey, die Innsbrucker DJ Institution, die inzwischen auch auf dem renommierten Label Duzz Down San beheimatet ist.

    MODERATION:
    Anna Schauberger (Jg. 1985) ist Musikproduzentin, Sängerin, Komponistin, Chorleiterin und Radiosendungsmacherin. Sie produziert unter den Pseudonymen The Unused Word und Yolo Ferrari.
    Sie gründete mit ihren bereits etablierten Kollegen Fray, Jay Miracho und Mosch die feministische Crew 4x4cl, die sich neben den Themen Frauenfeindlichkeit, Übersexualisierung, Rollenbildern und dem Themenbereich Chemiekonsum auch kritisch mit anderen sozialen und politischen Themen auseinandersetzt.

    KONZERT:
    Willkommen im Fuchsbau!
    Antifuchs, die ihre Wurzeln im russischen Osten des Kontinents hat, gehört mit Sicherheit zu den besten deutschsprachigen MCs des Landes; sowohl auf Platte als auch auf der Bühne.

    „Anti-Personenkult“ nennt sie das, wenn sie für öffentliche Auftritte ihre Maske aufsetzt. Sie möchte sich eigenständig und unvoreingenommen Hörern präsentieren und den Fokus auf ihre Kunst lenken, ohne sich über ein Klischee, ein Geschlecht, eine Stilistik oder ein Wertesystem wie Klicks & Charts anzubiedern.

    Ein Fuchs hat Feuer in sich, immer dann, wenn es sein muss, aber gleichzeitig besitzt er sensible Antennen und einen hohen Anspruch an alles, was sein Leben bestimmt; zum Beispiel Deutschrap!

    ANSCHLIESSEND DJ SETS VON DJ STICKLE & D.E.Y.

    Doors 20:30
    AK €10

    Links:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Marcus_Staiger
    https://de.wikipedia.org/wiki/Anna_Schauberger
    https://www.soziologie.kit.edu/MitarbeiterInnen_525.php
    https://de.wikipedia.org/wiki/DJ_Stickle
    duzzdownsan.net

    Das Projekt wurde im Rahmen der „stadt_potenziale innsbruck 2018“ und „TKI open 17_genug“ gefördert

    bumm3 25 01 19 A6

  • 28.02.19 MOPCUT & Quehenberger/Kern. hosted by skin on marble

    Datum: 28.02.20219
    Zeit: 20:30
    VVK €13 / AK 15

    Unser Verein skin on marble freut sich zwei Acts nach Innsbruck einzuladen, die getrost als Österreichische Ausnahmetalente bezeichnet werden dürfen. Lukas König (KOENIG LEOPOLD / KOENIG / KOMPOST3 / 5KHD) wird mit seinem neuen Project MOPCUT (als Trio mit Audrey Chen und Julien Desprez) in der p.m.k eines von nur 3 Österreich-Konzerten 2019 spielen. Die beiden anderen Konzerte finden auf dem Elevate Festival (Graz) und in Wien statt. Auf dem letztjährigen Donaufestival (2018) waren MOPCUT ohne Zweifel eines meiner persönlichen Highlights. Wer auf Jazz/Free/Impro/Chaos steht, kommt momentan an MOPCUT nicht vorbei. Dazu begrüßen wir Philipp Quehenberger und Didi Kern, seit Jahren eines der renommiertesten Impro-Krach-Duos Österreichs darstellen. Ein schöner Abend, ein wirklich guter Abend sogar. Skin on marble setzt sich zum Ziel, auch in diesem Jahr wieder ein paar schöne und herausfordernde Abende nach Innsbruck zu bringen.

    mopcutkern

     

  • Artikel: Luisa ist hier (6020 Magazin)

    In der neuen Ausgabe des 6020 Magazins findet sich ein Artikel zur Initiative „Luisa ist hier“, mit der auf sexualisierte Gewalt im Nachtleben aufmerksam gemacht werden soll. Gemeinsam mit unseren Freund*innen vom Dachsbau, dem Tiroler Frauenhaus, dem Verein Frauen gegen VerGEWALTigung und dem MDA Basecamp haben wir dieses Konzept aus Münster aufgegriffen und möchten dieses auch in Innsbruck verbreiten. Dazu sollen regelmäßige Schulungen für Lokalbetreiber*innen und Personal stattfinden (Startzeitpunkt März 2019). Danke für den Artikel und an meinen Freund Fred Lordick aus dem Dachsbau, der sich sehr für dieses Problem einsetzt.

    LINK: 6020 Magazin

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  • Fotos: Zan Lyons | Lissie Rettenwander | Barbis Ruder

    Eine meiner liebsten Entwicklungen im Jahr 2018 war, dass das Programm der p.m.k wieder zunehmend diverser geworden ist. Es fanden vermehrt Kooperationen zwischen einzelnen Vereinen statt; es gibt wieder mehr Platz für Experimente und interdisziplinäre Formate. Auf ein breit gefasstes Musikprogramm stießen auch regelmäßig wieder performative Formate und Vorträge. Genau so wünsche ich mir die Zukunft für diesen Ort; dass sie variabel und erweiterbar bleibt. Vielen Dank an alle Menschen, die sich in der p.m.k engagieren und ein besonders großes Danke an meine MitstreiterInnen vom Kulturkollektiv Contrapunkt, die mich einige wichtige Lektionen gelehrt haben.

    Der Kontrapunkt-Abend mit Zan Lyons, Lissie Rettenwanders Stimmgabelensemble & Barbis Ruder war wirklich schön. So stelle ich mir Gemeinschaft, Kunst und politischen Austausch vor.

    Fotos: Daniel Jarosch

  • Fotos & Stream: Ohne Theorie keine Revolution 3, Metal

    Hier gibt es die dritte Einheit unserer Diskussionsreihe „OHNE THEORIE KEINE REVOLUTION“ zum Thema Metal & Gender zum Nachhören.
    Mit dabei waren die Expertinnen Dr.in Sarah Chaker, Dr.in Anna-Katharina Höpflinger; moderiert wurde der Abend von Mag. Marcel Amoser. MA.

    Im Laufe des Abends wurde mir wieder einmal klar, weshalb Formate dieser Art überhaupt passieren müssen. Es ist anscheinend in der Tat keine Selbstverständlichkeit, dass man (vor allem als Mann) Menschen Raum gibt, sich zu artikulieren, ohne ihnen ständig ins Wort zu fallen oder ihnen zu erklären, warum man es eigentlich ohnehin selbst besser weiß. Besagter Vorfall war wirklich unsäglich und ich war im Endeffekt sehr froh, dass unsere Expertinnen mit Klasse und Professionalität ohnehin um einiges tougher waren.
    Freu mich schon auf Termin Nummer 4 im Jänner!

    Vielen Dank auch an meine Freundin Natália Zajačik für die tollen Fotos und an die Band THE NEGATIVE BIAS für das brachiale Brett nach der Diskussion. Metal will always be my first love.

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    Fotos: Natália Zajačik
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  • Statement der p.m.k zur tödlichen Messerattacke an der Ecke Museumstraße/Ing. Etzel-Straße von Samstag Nacht

    Nach dem tragischen und tödlichen Ereignis von Samstag Nacht, bei dem ein junger Mensch sein Leben verloren hat, können und möchten wir nicht einfach so wieder zur Tagesordnung übergehen. Es ist nicht einfach die richtigen Worte für eine derartige Situation zu finden, trotzdem möchten wir als Kulturinstitution die seit 2004 ihre Homebase in den Innsbrucker Viaduktbögen hat, zumindest ein paar Gedanken mit euch teilen.

    Unser Mitgefühl und Beileid gilt allen Angehörigen und Freunden des Verstorbenen. Es ist durch nichts zu Entschuldigen, dass ein Mensch so sinnlos und brutal sein Leben verlieren musste. Die Sicherheitssituation in den Viaduktbögen wird seit vielen Jahren regelmäßig kritisiert. In der Regel geschieht das besonders vor anstehenden Wahlen, wo unterschiedliche Parteien das Thema meist für ihre jeweiligen Ziele nutzen. Gleichzeitig stellen wir fest, dass das Thema – so schnell es aufgegriffen wurde – nach den Wahlen meist wieder schnell vom Tisch ist.

    Wir haben ein großes Interesse daran, die Situation in der Bogenmeile für alle so sicher wie möglich zu gestalten. Und dafür wird es unvermeidlich sein, dass sich die dafür zuständigen Parteien (Politik, Exekutive, Sozialarbeit, Lokalbetreiber, Anrainer) an einen Tisch setzen und endlich beginnen ernsthaft an einem umfassenden Konzept zu arbeiten, wie eine sich immer schneller drehende Gewaltspirale gestoppt werden kann. Es braucht einen engeren und regelmäßigeren Dialog zwischen diesen Instanzen, um daran zu arbeiten, Verbrechen wie jenes am Samstag zu verhindern.

    Es ist klar, dass jede Stadt, vor allem auch eine Studentenstadt wie Innsbruck, ihre Kultur -und Ausgehviertel braucht, um auch jungen Menschen Freizeitangebote und Lebensqualität zu bieten. Deshalb müssen wir darauf achten, dass an diesen Orten – die eigentlich Orte des Austausches, der Kunst und der Freude sein sollten – sich Menschen sicher fühlen und ausgelassen feiern können.

    Gemeinsam mit euch allen, möchten wir genau dafür kämpfen. Dafür, dass Gewalt in unserer Straße keinen Platz haben darf und soll. Und dafür, dass alle Menschen sich in der Bogenmeile ohne Angst bewegen, treffen und eine gute Zeit haben können.

    Noch einmal wünschen wir allen Angehörigen und Freunden des Opfers viel Kraft.
    p.m.k – plattform mobile kulturinitiativen

  • Interview „Politik & Kunst“ UniPress (Dez 2018)

    Neues Interview in der UNIpress mit Gregor Aßlaber zu den Themen Lachen als Waffe, politische Kunst und was mein Zeugs überhaupt soll. Schade, dass nur die Hälfte unseres Austausches Platz hatte, ein paar Punkte wären dazu noch interessant gewesen – aber dann hoffentlich beim nächsten Male.
    Danke auf jeden Fall für das entspannte Gespräch21

  • Antwort aus dem Bundeskanzleramt; was soll man dazu sagen?

    Heute Morgen habe ich Post aus dem Bundeskanzleramt erhalten, meine übermittelte bedruckte Klopapierrolle betreffend. Darin wird mir mitgeteilt, dass sich die Bundesregierung „sowohl in ihrem Regierungsprogramm als auch durch ihre tägliche Arbeit unmissverständlich und in aller Klarheit zu den Menschenrechten“ bekennt. So nett sich dieser Text liest, so nichtssagend ist er auch. No na, das weiß man eh. Das weißt du/er/sie/es und mir selbst wurde das nochmals klarer deutlich, als ich in der Rechtssache „Haute Couture STRaßen CHEf*in“, solchem Unfug ausgesetzt war. Was soll man mit solchen Worten wie „unmissverständlich“ anfangen, wenn sie keinen Inhalt mehr transportieren? Ist die Sprache an sich inzwischen beschädigt, weils eh schon wurscht ist? Keine Ahnung.

    Inwiefern sich die Bundesregierung „unmissverständlich“ zu den Menschenrechten bekennt, ist wahrscheinlich nicht nur mir ein Rätsel. Wenn pausenlos sozialer Raubbau auf Kosten von schlechter-gestellten betrieben wird; wenn in einer Tour Stimmung gegen „den Islam“ gemacht wird, weil der nicht „zu unserem Österreich“ passt; wenn flüchtende Menschen sehenden Auges in unsichere Herkunftsländer abgeschoben werden und die sich teils sogar lieber umbringen, als dorthin zurückzukehren; dann weiß ich nicht, was ich mit so einem Zettel anfangen soll. Wer einmal ein Gespräch mit einem Menschen geführt hat, der so eine Fluchterfahrung hinter sich hat, kann nicht mehr derart leichtfertig solche Briefe schreiben. Schon klar, dass ich die Weisheit auch nicht mit dem Löffel gefressen habe, das behaupte ich auch nicht. Vielleicht muss ich es mir auch einfach nur besser erklären lassen, wie das alles gemeint sein soll. Warum ich das alles ganz anders sehen müsste. Vielleicht kann es mir aber der geschäftsführende Klubobmann der FPÖ – Herr Gudenus – erklären und wieder ein lustiges Paint-Erklärvideo dazu posten. Vielleicht wissen der Comic-Ali und der Comic-Mustafa ja was in Zeiten wie diesen zu tun ist.

    An und für sich nett, dass sich Frau Kaim die Zeit genommen hat, um mir zu antworten. Ich würde den Job ungern machen wollen und hätte mir selbst wahrscheinlich nicht geantwortet. Inzwischen freue ich mich ja schon über alle menschlichen Kleinigkeiten, und wenn das nur bedeutet, dass man einen guten alten Brief per Post bekommt. Wenn ich allerdings drüber nachdenke, weiß ich noch nicht, ob ich wirklich die Facebook-Seite der Bundesregierung besuchen und dort Sachen mit „gefällt mir“ markieren möchte. Wenn der aktuelle „neue Stil“ unserer Regierung das ist, was diese unter „aller Klarheit“ und „unmissverständlich“ als die Wahrung der Menschenrechte versteht, muss ich in dieser Hinsicht leider passen.

     

    KM_C308-20181119134055