Tipp: Metallon am Domplatz Ibk (16.09.17)

Im Herbst 2015 fand im Rahmen des Festivals Klangspuren ein wunderbar-spezielles Glocken-Konzert am Innsbrucker Domplatz statt. Charlemagne Palestine spielte dabei das Stück „Tintinnabulations for Tomorrow and Tomorrow“ auf dem Carillon des Doms zu St. Jakob. Für mich war es einer der wenigen Momente, in denen ich das Glockenspiel des Doms wirklich sehr genossen habe. Deshalb freue ich mich sehr, dass in diesem jahr das Projekt „Metallon“ ebenfalls Werke für Carillon am Domplatz verwirklichen wird.
Vorbeikommen lohnt sich sicher; der Eintritt ist klarerweise frei…

DARK MATTER: METALLON
Dom zu St. Jakob, Domplatz, Innsbruck
18.00 Uhr metallon mobile Konzertinstallation mit Stundengeläut UA
19.00 Uhr metallon rescore Neue Werke für Carillon
Tom Sora Glocken für Carillon (oder Vibraphon) (2017) UA
Klaus Lang campanarium novum. (2017) UA
Bernhard GanderHoly Howling (2017) UA
19.30 Uhr metallon mobile – Konzertinstallation mit Angelus-Läuten UA

Anschließend:
Hofburg Innsbruck, Gotischer Keller, Rennweg 1, Innsbruck
20.30 Uhr metallon concert (2017) UA

dark matter – Elektronik-Trio:
Andrea Beggio / Federico Campana / Hannes Kerschbaumer (Komposition, Live Elektronik)
Laura Marie Rueslåtten Carillon
Tiroler Kammerorchester InnStrumenti
Gerhard Sammer Leitung
Philipp Lamprecht / Christoph Mayr / Andreas Schiffer Schlagzeug
metallon ist eine groß angelegte, 3-teilige Konzertinstallation, die eine zeitgemäße Klangerfahrung im öffentlichen Raum vermitteln will. Der Klang der Glocken, ihre Geschichte und Funktion sind Gegenstand künstlerischer Forschung, die von dem (Süd)Tiroler Elektronik-Trio dark matter realisiert wurde. Glocken – sie gehören zu den ältesten „Musikinstrumenten überhaupt – haben ihre früher herausgehobene Funktion als akustische Zeitmesser, als Signalgeber und als Anzeiger religiöser Rituale weitgehend eingebüßt. Dennoch bleibt ihr Klang im Lärm der Städte aufgrund seiner physikalischen Eigenschaften und seiner Lautstärke immer noch identifizierbar. metallon findet in Innsbruck einen idealen Ort der Realisierung. Denn hier gibt es die jahrhundertealte, weltberühmte Glockengießerei Grassmayr, in der die Künstler eine Fülle von Metallklängen aufgezeichnet und dann mit digitalen Mitteln bearbeitet haben, hier gibt es den Dom mit dem großen Glockenspiel und dem anmutigen Domplatz als ungestörtem Resonanzraum, und hier gibt es nebenan in der Hofburg den Gotischen Keller mit seiner besonderen Akustik. Auf dem Domplatz interagiert dark matter live-elektronisch mit dem Stundengeläut und mit dem Angelus-Läuten und erweitert so den klanglichen Kontext. Dazwischen erklingen drei neue Stücke für Carillon, die von Bernhard Gander, Klaus Lang und Tom Sora für metallon komponiert wurden. Höhepunkt ist dann das gut einstündige Raum-Klang-Konzert im Gotischen Keller der Hofburg mit dark matter, dem Tiroler Kammerorchester InnStrumenti und drei Schlagzeugern.

Gefördert von der Stadt Innsbruck im Rahmen der stadt_potenziale 2016