Kulturpolitische Grabenkämpfe in Innsbruck

Dass Einrichtungen wie die p.m.k oder das Treibhaus ein Dorn im Auge der FPÖ sind, ist klar. Institutionen, die Platz für kritische Fragestellungen zu Gesellschaft und Politik, Subkultur und einen offenen Zugang für möglichst alle bieten möchten, werden nur selten im Sinne einer restriktiven Rechts-außen Politik sein. Das Treibhaus hat sich seinen kritischen Geist und seine klare Haltung zu einer toleranten, offenen Gesellschaft seit den 70er Jahren behalten. Die p.m.k gibt es erst seit ca 15 Jahren und doch hat sie sich ebenfalls schnell zu einem zentralen Ort für Subkultur und gesellschaftspolitisches Engagement entwickelt. Von der Innsbrucker Hetzpartei schlechthin deshalb als „Stadtkünstler“ bezeichnet zu werden, bringt einen beinahe zum Schmunzeln. Klar, die p.m.k ist kein besetztes, autonomes Gebäude. Die p.m.k erhält Subventionen und wird von Stadt, Land und Bund unterstützt und geschätzt. Wieviel „Punk“ und „Subversion“ in „Steuergeld“ steckt, könnte man wirklich diskutieren. Doch mir geht es hier weniger darum, um die ewige Leier vom „Wer ist realer?“ und „Wer ist wirklich cool links und gegen das System?“ zu führen, sondern einen Ort zu erhalten, der Platz für unterrepräsentierte Gruppen und Subkultur bietet. Für kritische Fragestellungen, für ein breites Spektrum an gesellschaftspolitischen Themen von Sexismus-, und Rassismuskritik, über Theaterproben bis hin zu experimentellen Formaten und klassischen Konzerten. „Die p.m.k“ gibt es an und für sich nicht, da sie sich ständig verändert – die p.m.k ist ein Zusammenschluss von über 30 Mitgliedsvereinen, von denen jedes Jahr manche wegfallen und neue andere dazustoßen. Wenn uns das laut Rudi F zu Stadtkünstlern macht, dann soll es eben so sein. Die „kritischen Kulturschaffenden“, die wegen uns ihre Förderungen verloren haben, würde ich allerdings nur zu gerne kennenlernen. Ich würde mir auf der anderen Seite einmal konkrete, positive und zukunftsweisende Kulturangebote von Politikern á la FPÖ wünschen. Einen Blick nach vorne, nicht ständig in die Vergangenheit. Damit meine ich auch keineswegs, dass Bereiche wie Volkskultur oder Blasmusik nicht gefördert werden sollen – alle kulturellen Bereiche haben ihre Berechtigung und tragen gemeinsam zu einer großen Vielfalt bei. Es ist leicht zu sagen, dass der Gegner ein Idiot und Günstling im Sinne der jeweiligen Politik ist – schwieriger ist es, über Jahre und Jahrzehnte an sich selbst zu arbeiten und die eigene Arbeit stetig verbessern zu wollen. Deshalb fasse ich Kritik, die so ganz offensichtlich inhaltlich haltlos ist, auch immer als Kompliment auf. Und falls jemand einen kritischen Kulturschaffenden für die Freiheitliche Partei sucht, ruft mich an und ladet mich mal ein. Es wäre interessant sich mal an einen Tisch zu setzen und gemeinsam über die Zukunft zu sinnieren.
Somit: Danke für die Blumen, wir machen weiter und werden dabei hoffentlich stetig besser.

Tiroler Tageszeitung, 07.03.2019

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