Medienkompetenz in Zeiten von Corona

Wahrscheinlich ist es den meisten ohnehin schon längst aufgefallen; momentan beginnen auch vermehrt Menschen soziale Medien und Messenger-Dienste zu nutzen, die davor eher wenig damit am Hut hatten. Eh klar, wenn man nicht die Chance hat Menschen direkt zu treffen, weicht man eben ins Netz aus. Und nicht alle sind dabei mit dem oftmals haarsträubenden Gesprächsklima und dem Verifizieren von glaubhaften Quellen im Internet vertraut. Verschwörungsblogs – Whatsapp Kettenbriefe – abgründige Youtubekanäle von Weltuntergangspropheten. Deshalb: Tut verunsicherte Verwandte & Freund*innen nicht immer von vornherein als Spinner ab, sondern versucht mit ihnen gemeinsam Unwahrheiten als solche zu entlarven oder ihnen ein Basis-Handwerkzeug für Faktenchecks und seriöse Recherche in die Hand zu geben. Für viele ist ein zusammengeschusterter Nonsens-Text gleichbedeutend mit einer APA-Pressemeldung, weil „es steht ja da“ bzw „haben SIE es gemeldet“. Die Vorstellung, dass jemand ein echt aufwendiges Video mit dramatischer Musik und halbwegs eloquentem Text produziert, nur damit es dann im Endeffekt kompletter Humbug ist, scheint für viele nicht sonderlich naheliegend zu sein.
Aber bei diesen ganzen Blut-trink-Stories die momentan kursieren (Adrenochrome etc), die es ja bereits seit der Antike gibt und die im Prinzip nicht viel anderes sind als die alten Ritualmordlegenden und das „Brunnenvergiften“ (meist hat man damit ja versucht Ressentiments gegenüber jüdischer Menschen zu schüren / momenan ist es halt mal wieder „DIE ELITE“) ist man dann schnell wieder beim „Anderl vom Rinn“ und ähnlichen Lügenmärchen. Mir fällt es echt selbst nicht leicht, bei manchen Dingen nicht einfach direkt die Wände hochzugehen, aber sinnvoller und vorausschauender ist es wahrscheinlich mit den Menschen zu sprechen – und wenns gar nicht mehr geht, dann sollte man sachlich und faktengestützt dagegenhalten und sich anschließend ein Beruhigungsbier aufmachen…