ZURÜCK ZUM BETON:oder MEIN (GÄSTE)BETT IST KALT

Innsbruck möchte als selbstauferlegte Weltstadt prinzipiell immer ganz vorne mit dabei sein. Höher, schneller, weiter – nur so geht es voran. Dabei betoniert ein abstrus flach-asphaltiertes Grundverständnis von (inter)nationaler „Relevanz“ immer und immer wieder die Potenziale, die bereits in der Stadt vorhanden wären – die gut und günstig Lebensqualität für Viele einbringen – und auch überregionales Interesse schaffen würden, gnadenlos nieder.

Aktuellstes Beispiel: Im Innsbrucker Treibhaus finden keine Nächtigungen statt. Für die Familienpauschale wird kein Speck und kein Strammer Max verhökert; hier gibt es nur seit Jahrzehnten stattfindende Kulturarbeit – auch während der Pandemie vor allem an der frischen Luft.
Ergo: Machen wir die Figge platt.

Dass in diesem Jahr dutzende Open-Air-Konzerte im Treibhaus auf pay as you wish Basis stattgefunden haben, ist irrelevant; denn dabei handelt es sich, wie wir alle wissen, um vermeidbaren und vor allem unzumutbaren „Lärm“. Hier fährt kein Puffauto, hier werden keine Schienen geschliffen, und kein Schnitzelklopfer hämmert sich in die kollektive Hirnhaut; hier wird nur vermeidbarer und vor allem unzumutbarer Lärm produziert.

Vorgestern hat mich meine liebe Frau Mama darauf hingewiesen, wie wichtig die sonntäglichen Jazz-Frühstücke ihrerzeit im Treibhaus waren, als sie mich alleinerziehend mit wenig Kohle, dafür mit viel Liebe und einem innigen Netzwerk von guten Menschen, aufgezogen hat. Sonntags waren wir dann zB oft auf ebenjenen Konzerten im Treibhaus, bei denen man geben konnte was man wollte/hatte. Etwas auf diese Art und Weise anzubieten, bedeutet einer Stadt und seiner Bevölkerung tief verbunden zu sein. Sie grundsätzlich bereichern und inhaltlich erweitern zu wollen.

Dass nun so dermaßen verfehlt mit dem Vorschlaghammer auf einen Ort und seine Inhalte draufgehauen wird, der in den letzten Monaten(/Jahren) seit Beginn dieser elendigen Pandemie ein Programm zu ‚fairest ‚ use Bedingungen – und das noch an der frischen Luft – angeboten hat, schlägt dem Fass den Boden aus und bringt uns tatsächlich wieder zurück in die Steinzeit (Zitat: Esteban Curto).

Ich erlaube mir hiermit öffentlich die Frage: Was ist da aktuell los in der Stadtregierung?
Was ist da los auf Verwaltungs- und Behördenebene?
Soll mas einfach lassen, oder tun wir halbwegs normal miteinander?

AN Georg Willi (BGM), Hannes Anzengruber (Vize-BGM und Sicherheit), Uschi Schwarzl (Kulturstadträtin), Stefan Fikerle (Veranstaltungsamt)

Es besteht Handlungsbedarf.