Kurzinterview zu 1 Jahr Waffenverbotszone Innsbruck Viaduktbögen

Da so Ausschnitte aus Interviews/Kommentaren dann doch manchmal ein bisschen verkürzt rüberkommen und ich mit dem Beitrag nicht so ganz happy bin, möchte ich mal kurz festhalten, dass ich die Waffenverbotszone in den Viaduktbögen jetzt nicht ganz einfach so super gut finde – das könnte man ja meinen, wenn man den Beitrag so sieht. Erstens glaube ich nicht, dass Menschen, die entschlossen sind Waffen mitzuführen, jetzt auf einmal durch ein ausgeschildertes Waffenverbot, dies auf wundersame Weise nicht mehr tun werden. Andererseits geht es bei Kontrollen dieser Art – und das kann ich jetzt einfach mal als selbst betroffener Mensch mal ganz ehrlich heraus sagen – nicht ausschließlich um Prävention im Rahmen einer Gewaltdeeskalation. Ich bin selbst jemand, der tagein-tagaus auf ganz “zufällige” Weise an allen möglichen Stellen kontrolliert, angehalten und angesprochen wird (Cheers an die Exekutive in Bayern zB; Zug fahren und fliegen ist auch oft recht mühsam in dieser Hinsicht). Das muss man auch einmal ganz ehrlich aussprechen – es gibt hier ganz klare Tendenzen welche Menschen hier in den Fokus gerückt werden und welche weniger.

Mir war es allerdings wirklich wichtig auszusprechen, dass ich jegliche Strategie für ein friedliches und gewaltfreies Miteinander in dieser/unserer Gegend unterstütze und froh bin, dass es in den letzten Monaten einen verstärkten Austausch unter den Bögen-Betreiber*innen, der Stadt und den unterschiedlichen Instanzen gegeben hat. Das war schon längst überfällig und jeder Baustein, der dazu beitragen kann, Menschen vor Übergriffen und Attacken zu bewahren, ist in meinen Augen eine gute Sache. Ob 40-50(!) neue Kameras in der Gegend oder eine ausgeschilderte Waffenverbotszone nun die große Sicherheit bringen und die Lösung aller Probleme sind, bezweifle ich allerdings. Dies soll in keiner Art und Weise Gewalt- und Tötungsdelikte, die passiert sind, oder noch passieren könnten, verharmlosen – ich lege hier nur meine ganz persönliche Einschätzung dar. Auch möchte ich festhalten, dass die Innsbrucker Viaduktbögen eine unglaublich große Vielfalt an Betrieben, Lokalen, Kulturinstitutionen und Menschen bieten, die eine Stadt wie Innsbruck braucht und bereichert und, dass ich extrem froh bin hier wohnen und arbeiten zu dürfen.