Fairness | Wertschätzung | Politik

Durch das heutige Zusammenwirken von ÖVP, Für Innsbruck und FPÖ bin ich nun offiziell aus dem Aufsichtsrat der Tiroler Landestheater & Orchester GmbH geflogen. Erstmals vielen Dank dafür. Dass die letzten Jahre von guter und angenehmer Zusammenarbeit mit dem kaufmännischen Direktor, Herrn Dr. Markus Lutz, dem geschäftsführenden Intendanten Herrn Mag. Johannes Reitmeier und meinen Kolleg:innen im Aufsichtsrat geprägt waren, wiegt offenbar weniger stark, als die nun schon seit Jahren andauernden Querelen, die diese Stadtpolitik prägen. Meine Nominierung durch die Grünen ist für die Mehrheit offenbar Grund genug auch bei diesem Thema querzuschießen; und das obwohl ich selbst nicht einmal Mitglied der Partei oder parteipolitisch aktiv bin. Hängen bleibt so vor allem eines: Ohne inhaltliche Begründung werden Vertreter:innen aus der freien Szene rausgeworfen, weil man nicht Willens ist, sich zwischenparteilich auf einer vernünftigen Ebene zu begegnen.

Mittlerweile darf ich seit 10 Jahren die Innsbrucker Kulturlandschaft mitgestalten – wofür ich auch sehr dankbar bin. Nach zahlreichen Kooperationen und hunderten umgesetzten Veranstaltungen, bin ich auch zunehmend mehr im kulturpolitischen Bereich aktiv. Hier bin ich seit 2017 besonders im Vorstand der Tiroler Kulturinitiativen tätig und darf auch das Bundesland Tirol als Vorstandsmitglied der IG Kultur Österreich auf Bundesebene vertreten. Als Teil der Arbeitsgruppe zur Kulturstrategie 2030 der Stadt Innsbruck habe ich zudem intensiv mit Vertreter:innen aus Institutionen wie dem Mozarteum, dem Volkskunstmuseum und auch der Kulturpolitik- und verwaltung zusammengearbeitet. Was ich gelernt habe: Von einer Zusammenarbeit und einem Austausch auf Augenhöhe profitieren alle gesellschaftlichen Bereiche und natürlich auch der Kulturbetrieb; seien es die sogenannten hochkulturellen oder auch die subkulturellen Räume.

Übrigens: Auf Bundesebene ist im Kulturbereich aktuell vor allem das Thema „Fairness“ DAS zentrale Thema. Aus diesem Grund präsentiert das Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport (BMKÖS) am Freitag im Wiener Volkstheater einen Fairness-Codex, der im Bereich von Kunst & Kultur zukünftig als Leitfaden dienen soll. Hierbei geht es um Themen wie Wertschätzung, Respekt, was Transparenz im Bereich der Finanzen & angemessene Bezahlung bedeutet; es geht auch um Themen wie Vielfalt, Diversität und Toleranz. Das klingt alles schön und gut. Und natürlich soll diese Haltung in weiterer Folge auch auf die Länder und Gemeinden ausstrahlen. Dass dies ein schwieriges Unterfangen ist, wird wahrscheinlich niemand bestreiten. ABER es braucht auch eine mitgebrachte Grund-Bereitschaft, um solche Werte überhaupt lebbar zu machen. Aktuell kommt mir leider vor, dass es innerhalb großer Teile der Stadtregierung diese Bereitschaft nicht gibt. Schade, aber auch das bedeutet Realität.



Kommenden Freitag darf ich jedenfalls in Wien gemeinsam mit der Staatssekretärin für Kunst & Kultur Andrea Mayer, dem kaufmännischen Direktor des Volkstheaters Cay Urbanek und Ulrike Kuner von der IG freie Theaterarbeit zum Thema Fairness und Wertschätzung in der Österreichischen Kulturlandschaft referieren. Ich bedanke mich an dieser Stelle für die Einladung und bin guter Dinge, dass es in Innsbruck diesbezüglich irgendwann besser sein wird als jetzt.

An dieser Stelle bedanke ich mich auch bei meinen Kolleg:innen im Aufsichtsrat, bei den Betriebsräten und bei der Leitung für die angenehme Zusammenarbeit in den letzten Jahren!

Liebe Grüße aus den Bögen