Kultur&Corona – Hilfsmaßnahmen? Situation in Tirol?

In den nächsten Tagen werde auch ich hier wahrscheinlich recht viel zu Covid19-Kulturthemen herumspammen, aber einerseits gehört das als IG Kultur und TKI Mensch auch zu unseren Aufgaben und im besten Fall hilft es einzelnen Menschen, die momentan nicht die Zeit haben sich so viel mit den ganzen Artikeln/Gesprächen und neuen Informationen in diesem Bereich zu beschäftigen, teilweise weiter. Und ja ich weiß, es gibt für viele momentan „wichtigeres“ als Kunst&Kultur, aber für viele Menschen ist das Lebensmittelpunkt, Broterwerb und/oder aktuelle Existenzgrundlage.

Sowohl auf Bundes- (Lunacek) als auch Landesebene (Palfrader im heutigen TT Artikel) kommen bereits Versprechungen zu Hilfspaketen und Unterstützungen im Kunst & Kulturbereich, was ein gutes Zeichen ist. Derzeit wird dabei hauptsächlich über große Tanker (z.B. Bundesmuseen, Landestheater, große anstehende Festivals, etc) gesprochen, die natürlich wichtig sind und in denen und um diese viele Menschen direkt finanziell abhängig sind. Es ist wichtig, dass hier dafür gesorgt wird, dass diese tausende Menschen nicht in finanzielle Schieflage aufgrund von entgangenen Aufträgen und Engagements geraten.
Dabei wurde bisher leider wenig zur freien Szene gesagt. Vielleicht auch deshalb, weil sie als „nicht professionelle Kulturunternehmen“ und somit nicht so sehr „als Teil der Wirtschaft“ gesehen werden? Wie wird die Hilfe für Kultureinrichtungen aussehen, die größtenteils unabhängig arbeiten und die – wie man in jedem durchschnittlichen Interview hört – ja so wichtig für die Gesellschaft sind? Wie sieht es mit der Kulanz bezüglich eventueller Förderungsrückforderungen aus? Wird es sowas überhaupt geben? Wie gehts den Freelancern etc etc? Bei selbstständigen Künstler*innen wird derzeit meist auf den Unterstützungsfonds im Künstlersozialversicherungsfonds verwiesen (hier zu finden https://www.ksvf.at/)

Und was mich persönlich extrem interessiert: Wie wird die AKM mit dieser Situation umgehen? Gerade im Hinblick auf Dauer-Auftrittsbewilligungen (aka AKM-Pauschalen). Aufgrund mehrerer persönlicher durchwachsener Erfahrungen in letzter Zeit bin ich gespant, wie die Kulanz auch von dieser Seite aussehen wird. Wenn ein Laden 2/3 seines Monatsprogramms nicht mehr machen kann, sollte das durchaus Argument genug sein, diese in dieser Hinsicht zu entlasten.

Kurz gesagt: Das wird eine interessante Zeit für den ganzen Sektor, vor allem in den nächsten Tagen bis hierfür Entscheidungen getroffen worden sind.

Am 09.03. fand übrigens diese sehens/hörenswerte Podiumsdiskussion, organisiert durch die KUPF, statt. Wer sich über das Zusammenspiel von Förderpolitik auf Gemeinde-, Landes- und Bundesebene, sowie über aktuelle Statements zu Kultur&Corona informieren möchte – diese kann ich nur empfehlen.

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