peep.klub – körperferne Dienstleistungen der p.m.k

Seit knapp einem Jahr ist die Kulturszene so gut wie lahmgelegt und gezwungen, Veranstaltungen auf ein unbestimmtes Datum zu verschieben oder gänzlich abzusagen. Vor allem aufgrund der jüngsten Entwicklungen im Westen Österreichs ist vorläufig kein Ende der Veranstaltungsbeschränkungen in Sicht.

Die Pandemie hat zwischenmenschliche Interaktionen und gewohnte Abläufe des sozialen und kulturellen Lebens massiv eingeschränkt: Gemeinsame Veranstaltungs- oder Lokalbesuche sind zurzeit unmöglich. Um ein Mindestmaß an kultureller Auseinandersetzung anbieten zu können, verlegen viele Kulturinitiativen im Rahmen des Möglichen Formate in den digitalen Raum.

Neben der Funktion als Arbeits- und Kommunikationssphäre ist der digitale Raum auch zu einer (Streit-)Plattform aufgeheizter und meistens unreflektierter politischer Diskussionen geworden. Gerade in einer solchen angespannten Lage werden umso mehr die kritischen Potenziale von Kunst und Kultur vermisst, Elemente, auf die eine demokratische Gesellschaft auf Dauer nicht verzichten kann.

Kunst und Kultur ermöglichen kritische Diskurse und eröffnen Auseinandersetzungen mit Phänomenen der Zeit. Kunst und Kultur stellen Fragen, erzeugen und be-zeugen Meinungsvielfalt und kritisches Denken, verhandeln das gesellschaftliche Zusammenhalt und fördern Integration.

Die p.m.k hat sich seit Beginn der Corona-Krise stets darum bemüht, den gegebenen Möglichkeiten und Umständen nach weiterhin ein qualitativ hochwertiges Kulturangebot den Innsbrucker*innen und allen Interessierten zu bieten. Gemeinsam mit den 38 Mitgliedsvereinen wurde an Projekte gearbeitet, die in der Zeit des Stillstandes einiges ermöglicht haben. Im vergangenen Jahr entstanden mehrere immersive Installationen von lokalen und überregionalen Künstler*innen, theoretische Textbeiträge zur Frage nach dem Verhältnis von Pandemie und Kultur, Projektionen an der Außenfassade und schließlich die Produktion einer Web-Talkshow, die im kommenden Frühjahr ausgestrahlt wird.

„Schaufenster-Konzerte“ in der p.m.k
In den kommenden Wochen soll die p.m.k-Bar zur Bühne und zum Schaufenster umfunktioniert werden. An insgesamt sechs Abenden werden Kulturinitativen und Vereine 30-45 minütige Performances und Konzerte realisieren, die professionell gefilmt, live gestreamt und als Video aufgezeichnet werden. Der Live-Stream soll über mehrere Plattformen erfolgen wie z.B. die hauseigene Website, Facebook, YouTube und Twitch. Vor allem aber soll die langjährige Kooperation zwischen p.m.k und Radio FREIRAD gefestigt werden. Seit Jahren verfügt die p.m.k über eine Radiosendung und sendet Live-Konzerte aus der p.m.k. Das Streaming-Projekt soll die inzwischen brach gelegte Radiosendung revitalisieren.

Ziel des Projektes ist die Förderung und Unterstützung der lokalen Musik- und Kulturszene. Die künstlerischen Darbietungen erfolgen ausschließlich durch in Innsbruck bzw. in Tirol lebende Künstlerinnen und Künstler. Aufgrund der kaum vorhandenen Auftrittsmöglichkeiten haben viele Musiker*innen und Künstler*innen die Zeit im Proberaum verbracht und viele Songs aber auch Alben produziert. Das Projekt möchte umso mehr als Präsentationsplattform funktionieren, die den lokalen Künstler*innen Sichtbarkeit in der Öffentlichkeit ermöglicht. Besonders wichtig wird also die Postproduktion sein: das vorhandene Video- und Audiomaterial soll den teilnehmenden Musiker*innen als Promotions-Material dienlich gemacht werden.

Konzept: p.m.k
Text: David Prieth & Marco Russo