Presseaussendung der Innsbruck Club Commission

Angesichts der fallenden Infektionszahlen dürfen die Tiroler Clubs am 1. Juli wieder aufsperren. Endlich also mal wieder gute Neuigkeiten? Leider ist es nicht ganz so einfach.

Überall stand die gesamte Clubkultur für über 460 Tage still. Nun bekommt sie 13 Tage Zeit um wieder aufzusperren und den gesamten Betrieb anzuwerfen. Dass diese extrem kurzfristig kommunizierte Situation bei vielen Betreibern für Probleme und Überforderung sorgt, kann man sich vorstellen. Kein Personal, kein Getränkebestand, möglicherweise offene Umbauarbeiten und Reparaturen und allem voran, kein geplantes künstlerisches Programm. Dies sind nur einige der großen Probleme vor denen die BetreiberInnen nun mit dieser ansich guten Nachricht, aber kaum vorhandenen Vorbereitungszeit, stehen. Abgesehen von dieser bundesweiten Herausforderung für den Nachtkultursektor, stehen wir hier in Tirol, mit überdurchschnittlich hohen Betriebs- und Erhaltungskosten, vor einer besonders schwierigen Situation.

Die Innsbruck Club Commission verhandelt angesichts der prekären Sondersituation der lokalen Clubkultur nun seit fast einem Jahr mit der Stadt Innsbruck, dem Land Tirol und der WKO über ein Hilfspaket, welches den Betrieben bei diesem denkbar schwierigen Neustart helfen soll. Ein Neustart geht in diesem Fall vor allem mit der Notwendigkeit einher, hier gezielt finanzielle Mittel zu investieren, denn nach 15 Monaten ohne Öffnung und Einnahmen fehlt es so gut wie allen Betroffenen an Liquidität.

Die Stadt Innsbruck hat hier den ersten Schritt gesetzt und sich für ein Neustart-Hilfspaket im Ausmaß von 150.000€ ausgesprochen. Dieses ist allerdings an die Bedingung gebunden, dass sich auch das Land Tirol und die WKO zur Clubkultur in der Region bekennen und ihrerseits die gleiche Summe beisteuern.

Und genau hier liegt das Problem: Weder das Land Tirol noch die WKO haben, nun knapp 13 Tage vor der Wiedereröffnung und nach 460 Tagen Schließung, Versuche unternommen um von ihrer Seite aus Konzepte zu entwickeln und Ihren Teil zur Schnürung dieses Hilfspakets beizutragen. Die Stadt Innsbruck ist seit dem runden Tisch zur Rettung der Nachtkultur im regelmäßigen Austausch mit der Innsbruck Club Commission, um das Rettungspaket auszuarbeiten und auf Schiene zu bringen – bei Land und WKO ist die Thematik aber noch nicht einmal in den offiziellen Gremien zur Abstimmung gebracht worden.

Die Innsbruck Club Commission und Ihre Mitgliedsbetriebe sind enttäuscht über diesen langwierigen Prozess und das offenbar fehlende Interesse bei den veranwortlichen Institutionen und hoffen, dass den vielen Worten auch endlich Taten folgen werden.