Sperrstunde 3: Das Ende der Nacht (10.09.)

Am Freitag den 10. September werden wir bei unserer Veranstaltung „Sperrstunde das Ende der Nacht“ der Frage nachgehen: In was für einer Stadt wollen wir eigentlich raven? Dieser Frage wollen wir bei der dritten und letzten Veranstaltung unserer Reihe „Sperrstunde – Das Ende der Nacht“ nachgehen. Die pandemiebedingten Clubschließungen machten vor allem eines sichtbar: Menschen hören nicht auf zu raven! Ob unter der Autobahn, im Keller oder im Wald. Wo immer motivierte Menschen ein Soundsystem hintragen können, wird auch gefeiert. Von politischer Seite wurden diese Bewegungen vor allem kriminalisiert. Doch mit der Zeit war selbst den letzten der ortsüblichen Konservativen klar, dass sich das Feiern nicht verhindern lässt. Die Frage, die für die politisch Verantwortlichen übrig blieb, war auf einmal nicht ob, sondern wie können Menschen (draußen) feiern? Inwiefern wollen wir überhaupt, dass die „Politik“ unser Nachtleben gestaltet und reguliert?
Besonders deutlich ist die politische Auseinandersetzung bei feiernden Menschen im öffentlichen Raum geworden. In der Innsbrucker Innenstadt, hinter der GEIWI oder überhaupt am Inn ist ihre Anwesenheit als potenzielles Risiko wahrgenommen worden. In Wien kam es im Juni zu Auseinandersetzungen zwischen jungen Menschen und der Staatsmacht am Karlsplatz. Die Polizei hat sogar kurzzeitig versucht eine Platzsperre dort durchzusetzen. Dabei war der öffentliche Raum der letzte Rückzugsort, vor allem für junge Menschen, die sich monatelang in der sozialen Enthaltsamkeit übten. Der öffentliche Raum ist für viele Menschen ein wichtiger Treffpunkt und wurde kurzzeitig ein Ort des Protests.
Währenddessen kämpfen Club und Kulturräume in den Städten nach wie vor um ihr Überleben. Alle Clubs? Nein, für die kapitalträchtigen Clubs wie z.B. die des  Kurz Spezi Martin Ho in Wien, sind die Zwänge des finanziellen Überlebenskampfes etwas Unbekanntes. Diese Art der Clubs öffnen ihre Pforten für die Reichen und Schönen, für jene Besucher:innen mit dem richtigen Bodymassindex. Klassenkampf der Clubräume? Und wieviel Regulation ist dabei politisch gewollt? Wie können Räume bestehen bleiben, abseits von kapitalistischen Zwängen und neoliberaler Stadtpolitik? Befinden wir uns jetzt in einer postcoronalen Partyzeit, in der Club Kultur als Marketingsegment für die Stadtmarke entdeckt wurde? Diese Fragen, Beobachtungen und Überlegungen führen uns wieder dort hin, wo wir begonnen haben und zwar bei der Frage: In was für einer Stadt wir eigentlich raven wollen?